August 2025
Ich habe kürzlich von "Immobilien Club Deals" als interessantes Anlageobjekt gehört. Was versteht man darunter und wie funktioniert es?
Bei einem Club Deal schliessen sich mehrere Anleger zusammen, um gemeinsam ein geeignetes Investitionsobjekt zu erwerben, darauf ein Projekt zu entwickeln oder eine bestehende Liegenschaft zu sanieren und das Ganze anschliessend mit Gewinn zu veräussern. Es handelt sich also um eine Zwischenvariante nebst den Möglichkeiten, alleine direkt in eine Liegenschaft zu investieren oder aber Anteile an einem Immobilienfonds zu erwerben.
Club Deals können in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten. In der Regel erfolgt die Investition über eine zum entsprechenden Zweck gegründete und für die Entwicklung gemeinsam gehaltene Aktiengesellschaft. Neben den Investoren, die über keine eigene Fachkompetenz zu verfügen brauchen, tritt ein Sponsor oder Promoter, der die notwendige Fachkompetenz aufweist und die Federführung bei der Suche, Entwicklung und Vermarktung des Objektes übernimmt. Der Sponsor ist in der Regel auch untergeordnet finanziell beteiligt und sein Verhältnis zu den Investoren wird vertraglich geregelt.
Bei der Organisation eines Club Deals ist darauf zu achten, dass dieser nicht unter die Bestimmungen des Kollektivanlagengesetzes fällt und damit der Aufsicht der FINMA untersteht, und es ist das Bewilligungsgesetz (Lex Koller) zu beachten. Personen im Ausland dürfen nur dann als Investoren beteiligt sein, wenn in ein spezifisches Betriebsstättenobjekt investiert wird. Für Wohnbauprojekte darf nur inländisches Geld verwendet werden.
Zusammenfassend ist der Club Deal eine interessante Möglichkeit für Investitionen in Immobilien. Fundierte gesellschaftsrechtliche und steuerliche Beratung ist aber dringend zu empfehlen.
Roger Seiler
r.seiler@frickerseiler.ch
